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Räumung im Hauptgebäude

Geisteswissenschaften und Theologien im Hauptgebäude halten – Studenten in den Entscheidungsprozess einbinden – transparente Kommunikation auf Augenhöhe

Angesichts der Räumung des dritten Obergeschosses des Universitätshauptgebäudes fordert der RCDS Bonn die Universität auf, gemeinsam mit den Studenten der betroffenen Fakultäten daran zu arbeiten, mittel- und langfristig einen Lehrbetrieb der Geisteswissenschaften und Theologien im bisherigen Ausmaß (wieder) sicherzustellen.

Ausgangslage

Das dritte Oberschoss des Uni-Hauptgebäudes wurde bis auf Weiteres geräumt. Ca. 100 Büros und Lehrräume fallen weg. Grund sind Brandschutzbedenken des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes (BLB), der die Räumung kurzfristig über die Feiertage anordnete. Aktuell ist der BLB sowohl Pächter des Gebäudes als auch zuständige Behörde; ab dem nächsten Wintersemester wird die Universität allerdings durch das geplante Hochschulfreiheitsgesetz die Möglichkeit erhalten, die Bauhoheit und die Wahrnehmung ihrer Eigentumsrechte wieder in die eigene Verantwortung zu legen.

Ein geordneter Rückzug aus diesen Räumen war ohnehin bis zum Sommersemester geplant, da die Decken und Wände tatsächlich nicht ausreichend feuerbeständig sind. Solch eine kurzfristige Räumung war allerdings, wie die Bonner Feuerwehr bestätigte, unnötig überstürzt. Dass sie wenige Tage vor Weihnachten angekündigt und im neuen Jahr unverzüglich durchgeführt wurde, sorgte dafür, dass viele Studenten überrumpelt wurden und sich erst vor Ort mit der Situation konfrontiert sahen. Einzig die Pressemitteilung der Universität und eine E-Mail vom 02. Januar dienten hier als Informationsquellen, die faktisch nicht ausreichten. Aktuell informiert die Universität auf ihrer Website über den neuesten Stand. Außerdem gab es nach einem offenen Brief einiger Fachschaften ein Treffen des Rektors mit studentischen Vertretern, auf dem u.a. mehr Transparenz zugesagt wurde.

Teilweise war ein Umzug innerhalb des Hauptgebäudes möglich. Ein Großteil des Lehrbetriebs wurde allerdings in die nunmehr leerstehenden alten Informatik-Räume in der Römerstraße verlegt, die durch einen Shuttleservice zu erreichen sind. Die betroffenen Mitarbeiter sind gehalten, im home office zu arbeiten, bis Büros gefunden wurden. Die Räumung ihrer Büros war teilweise nur mit Sondergenehmigung, im Zuge weniger Minuten und unter Begleitung der Uni-Security möglich.

Die anderen Etagen des Hauptgebäudes werden auch nicht mehr lange im aktuellen Zustand verbleiben können. Allein die Last der Bücher aus verschiedenen Fachbibliotheken sorgt dafür, dass Umzüge notwendig sein werden.

Aus Sicht des RCDS ist das Hauptgebäude nicht nur das prestige- und geschichtsträchtigste Gebäude in 200 Jahren Universitätsgeschichteund Wahrzeichen der Uni Bonn. Seine Lage in der Innenstadt, die Nähe zur ULB, der Mensa Nassestraße wie den in der Umgebung angesiedelten Institutsgebäuden und Bibliotheken der betroffenen Fakultäten, aber auch (und nicht zuletzt) die Hofgartenwiese machen es zu einem wichtigen und nicht ersetzbaren Standort der Geisteswissenschaften und Theologien.Deshalb müssen die jetzt dort angesiedelten Fachbereiche dort verbleiben. Dazu gehört auch, dass die Zahl der für die gesamten Fakultäten nutzbaren Hörsäle langfristig nicht abnimmt.

Eine Lösung für die aktuelle Lage darf nicht aus dem punktuellen und reaktiven Stillen einzelner Brandherde bestehen, sondern muss einer klaren Strategiefolgen, die den Verbleib der Geisteswissenschaften und Theologien sowie die Qualität der dortigen Lehre als oberste Ziele verfolgt. Die Erarbeitung dieser Strategie muss in Zusammenarbeit mit den Studenten auf Augenhöheund bei transparenter Kommunikation geschehen. Dabei ist die Einbindung aller betroffenen Fachschaften, die die studentischen Interessen vor Ort und die Gegebenheiten ihrer Fachbereiche am besten kennen, notwendig, aber auch des AStAals Vertreter der verfassten Studentenschaft. Öffentliche Sondersitzungen der betroffenen Fakultätsrätesowie des Studierendenparlaments, zu denen alle Studenten per E-Mail, Aushang und Online- bzw. Social Media-Ankündigung eingeladen werden und auf denen sie ausführlich informiert werden und die Gelegenheit erhalten, ihre eigenen Fragen zu stellen und aktiv an der Debatte um eine Lösung mitzuarbeiten, halten wir ebenfalls für notwendig. Abschließende Entscheidungen sowie die Debatte um konkrete Strategien müssen selbstverständlich von Gremien getroffen werden, in denen Studenten vertreten sind (Senat, Fakultätsräte). Genauso sollen im Übrigen die Professorenschaft und der Mittelbau eingebunden werden. Auch muss angesichts seiner vorschnellen Entscheidung und schlechten Kommunikationsstrategie darüber nachzudenken, wie die so erarbeitete Strategie langfristig ohne Beteiligung des BLB zu verfolgen sein kann. Dieser Prozess darf nicht unnötig in die Länge gezogen werden und muss von einer guten Übergangslösungund klarer, transparenter Kommunikation beider Seiten begleitet werden.

Zusammengefasst fordern wir

  • den mittel- und langfristigen Verbleib aller Fachbereiche und Hörsäle im Hauptgebäude,
  • eine gute Übergangslösung und transparente Kommunikation und
  • eine Einbindung der Studenten auf Augenhöhe.

Der RCDS wird in den studentischen und universitären Gremien, die aktuell gewählt werden, mit besonderem Nachdruck hinter diesen Forderungen stehen. Wenn Du unserem Wort in dieser Sache Gewicht verleihen willst, unterstütze unser Anliegen mit einer Unterschrift an unserem Stand im Hauptgebäude oder gib uns Deine Stimme bei den Wahlen 2019!

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RCDS NRW

Dieser Blog wird durch die Geschنftsführerin des RCDS NRW, Sina Kemper, betreut.

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