Die von der Landesregierung geplanten Gebühren für nicht aus der EU stammende Studenten sind nicht rassistisch, sondern bezieht sich auf die, die weniger Steuermittel zur Uni-Finanzierung beitragen, und sind im internationalen Wettbewerb durchaus üblich. Unsere Unis sollen sich nicht durch das preisgünstige Studium, sondern durch die Qualität von Forschung und Lehre durchsetzen, die davon finanziert wird. ABER: Der Standort Bonn ist durch seine Internationalität besonders und sollte keine Ausländer abschrecken. Außerdem ist der RCDS dagegen, dass irgendwer aus wirtschaftlichen Gründen nicht studieren kann. Ihr merkt schon: Wir haben ein differenziertes Bild von den Gebühren. Dass das ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist traurig.

Uns ist sowieso ein alternatives Modell wesentlich lieber: Warum sollen nicht alle Studenten der Uni gebührenfrei Studieren und dann nach ihrem Studium einen verträglichen Beitrag leisten? Das geht natürlich nur nachgelagert und einkommensabhängig mit einem ausreichend hohen Freibetrag und einer progressiven Staffelung sowie einem an der Semesterzahl bemessenen Höchstbeitrag, der niedriger liegt als das, was jetzt veranschlagt werden soll. Natürlich sollte auch auf Verschuldung durch Bafög oder Studentenkredite Rücksicht genommen werden. Dadurch wird – wie bereits gefordert – niemand aus finanziellen Gründen vom Studium abgeschreckt. Und man gibt als fertiger Akademiker etwas an die Hochschullandschaft zurück, die einem das (wahrscheinlich) dank Studium höhere Einkommen ermöglicht hat. Das schafft mehr Geld für unsere Unis, das sie dringend brauchen – bezahlt von denen, die am meisten von unserem Hochschulwesen profitiert haben. Das finden wir wesentlich gerechter als den Vorschlag der Landesregierung oder die aktuelle Rechtslage.